Kulmbacher Gruppe zeigt sich in herausforderndem Umfeld robust

In Kulmbach hat die 129. Hauptversammlung der Kulmbacher Brauerei AG stattgefunden. Im Bild (v. l. n. r.): Christoph Ahlborn (Vorstandssprecher), Jörg Biebernick (Aufsichtsratsvorsitzender), Hans Albert Ruckdeschel (stv. Aufsichtsratsvorsitzender), Mathias Keil (Vorstand Finanzen und Technik), Martina Weber (Aufsichtsrat), Thomas Gillich (Aufsichtsrat) und Martin Brümmerhoff (Aufsichtsrat). Es fehlt Nicole Bourjau als neu gewähltes Aufsichtsratsmitglied.

Die Kulmbacher Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2025 in einem herausforderndem Umfeld deutlich besser als der Markt entwickelt. Vorstandssprecher Christoph Ahlborn sieht im laufenden Jahr Chancen auf leichtes Umsatzwachstum.

Kulmbach, den 20. Mai 2026. Die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2025 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behauptet und ihre Marktposition gefestigt. Der Gesamtgetränkeabsatz blieb mit 3,6 Millionen Hektolitern leicht unter dem Vorjahr, der Umsatz erreichte 290,6 Millionen Euro. Vorstandssprecher Christoph Ahlborn ordnete diese Entwicklung bei der 129. ordentlichen Hauptversammlung in der Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach als Folge des tiefgreifenden Strukturwandels in der Getränkebranche ein und zeigte zugleich Perspektiven auf.  

Das Jahr 2025 war erneut von einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Trotz erster Stabilisierungstendenzen blieb die Konsumstimmung gedämpft. Hohe Kosten, Unsicherheiten und verändertes Konsumverhalten belasteten die Märkte. Der deutsche Biermarkt fiel mit einem Minus von 6,0 Prozent auf rund 78 Millionen Hektoliter auf einen neuen Tiefstand. Besonders deutlich spiegelten sich die Veränderungen in den sinkenden Gästezahlen und der Konsumzurückhaltung in der Gastronomie wider. Auch der Handel reagierte auf das veränderte Kaufverhalten mit verstärkten, teils aggressiven Preisaktionen. „Wir stellen uns dieser neuen Realität: Es wird weniger Alkohol getrunken und vor allem weniger Bier – das ist eine Entwicklung, die bleibt“, ergänzte Ahlborn. Der Vorstandssprecher sieht in den aktuellen Entwicklungen auch Chancen für die Kulmbacher Gruppe. Er verweist auf die beiden Sparten, die sich 2025 positiv entwickelten: alkoholfreie Biere und Mineralwasser. In diesen Bereichen ist die Unternehmensgruppe gut aufgestellt.  

Kulmbacher Gruppe behauptet Marktposition
Die Geschäftsentwicklung 2025 bestätigt diese Einschätzung. In einem herausfordernden Umfeld zeigte sich die Kulmbacher robust. Der Getränkeabsatz lag bei rund 3,6 Millionen Hektolitern, die Umsatzerlöse bei 290,6 Millionen Euro. Das EBIT betrug 8,5 Millionen Euro, bereinigt um Einmal- und Sondereffekte belief es sich auf 13,2 Millionen Euro und entsprach damit dem angestrebten Zielkorridor. „Die Kosten bleiben hoch, der Wettbewerb bleibt intensiv – aber unsere starken Marken und gezielte Maßnahmen geben Stabilität“, so Ahlborn.

Wachstumstreiber Mönchshof Brauspezialitäten
Mönchshof erwies sich erneut als tragende Säule im Markenportfolio. Die Marke profitierte von der hohen Nachfrage nach milden Hellbieren sowie alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken. Das Mönchshof Hell verzeichnete ein Wachstum von 4,4 Prozent, das Mönchshof Natur Radler Zitrone Alkoholfrei 0,0% ein Plus von 5,9 Prozent. Positive Impulse lieferten zudem die Sortimentserweiterungen: Das neu eingeführte Mönchshof Alkoholfrei Hell und das ebenfalls neue Mönchshof Natur Radler Blutorange Alkoholfrei 0,0% übertrafen die Erwartungen und stärkten die unbestrittene Marktführerschaft von Mönchshof im Segment der Bügelverschlussbiere. Die positive Entwicklung bestätigten zwei Auszeichnungen: Die Lebensmittel Zeitung zeichnete das Mönchshof Natur Radler als „Top Marke 2025“ aus, die Getränke Zeitung kürte das Mönchshof Natur Radler Blutorange Alkoholfrei 0,0% zum „Getränk des Jahres 2025“.

Kulmbacher Edelherb beliebtestes Pils in Nordbayern
Im weiterhin unter Druck stehenden Pilsmarkt zeigte sich die Marke Kulmbacher stabil. Wachstum liefern vor allem das Kulmbacher Edelherb Alkoholfrei 0,0% und das Kulmbacher Lager Hell, die Absatzrückgänge beim klassischen Edelherb ausglichen. In Nordbayern baute Kulmbacher die starke Position als Nummer 1 unter den Pilsbieren weiter aus.

Der Anteil alkoholfreier Biere und Biermischgetränke ist innerhalb der Kulmbacher Gruppe kräftig gewachsen und liegt mit mehr als 13 Prozent klar über dem Marktniveau von rund zehn Prozent.

Bad Brambacher legt weiter zu
Das wachsende Gesundheits- und Nachhaltigkeitsbewusstsein wirkte sich positiv auf Bad Brambacher aus. Die Marke steigerte ihren Absatz um 4,4 Prozent. Während das klassische Mineralwasser um 1,5 Prozent zulegte, erwies sich erneut das Sortiment der Garten-Limonaden mit 15,8 Prozent als Wachstumstreiber. Besonders gefragt war die 0,5-Liter-Longneck-Glasflasche im 20er-Mehrwegkasten. Mit der Weiterentwicklung des Sortiments im Bereich Erfrischungsgetränke stärkt Bad Brambacher gezielt seine Position und trägt zur Diversifikation des Geschäfts der Kulmbacher Gruppe bei.

Investitionen und Digitalisierung stärken Zukunftsfähigkeit
Auch 2025 investierte die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft gezielt in die Zukunftsfähigkeit ihrer Standorte. Im Fokus standen Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit, etwa durch moderne Anlagentechnik, optimierte Produktions- und Logistikprozesse sowie infrastrukturelle Maßnahmen.

Parallel trieb die Unternehmensgruppe die digitale Transformation weiter voran. Ein Schwerpunkt lag 2025 auf der Nutzung digitaler Anwendungen zur Steuerung und Analyse betrieblicher Abläufe. Mit Schulungen erweiterten die Mitarbeitenden ihre Kompetenzen im Umgang mit neuen Technologien. „Für uns ist die digitale Transformation kein Projekt mit Enddatum, sondern ein fortlaufender Prozess“, sagte Ahlborn. „Sie hilft uns, Prozesse weiter zu verbessern, Kosten zu senken und innovativer zu werden.“

Um schneller und agiler auf Marktveränderungen reagieren zu können, entwickelt die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft ihre Organisation gezielt weiter. Wichtige Bausteine sind die Qualifizierung und die Nachwuchsförderung. Im Jahr 2025 beschäftigte die Unternehmensgruppe durchschnittlich 933 Mitarbeitende. „Die Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt“, betonte Vorstandssprecher Ahlborn und bedankte sich bei den Mitarbeitenden für ihr Engagement, ihre Leistungsbereitschaft und ihre Loyalität.

Unternehmenskennzahlen 2025
In einem schwierigen Marktumfeld erzielte die Kulmbacher Gruppe einen Gesamtgetränkeabsatz von rund 3,6 Millionen Hektoliter einschließlich der Handelsgetränke und ohne Berücksichtigung der Lohnfertigungsmengen. Das entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent. Die Konzernumsatzerlöse beliefen sich auf 290,6 Millionen Euro und lagen damit nahezu auf Vorjahresniveau. Das EBIT betrug aufgrund von Einmal- und Sondereffekten 8,5 Millionen Euro. Bereinigt belief es sich auf 13,2 Millionen Euro. Der Free Cashflow lag bei 18,8 Millionen Euro. Die Bilanzsumme der Kulmbacher bewegte sich zum 31. Dezember 2025 mit 254,3 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Das Eigenkapital stieg leicht auf 85,5 Millionen Euro an, die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 33,2 auf 33,6 Prozent.

Bilanzgewinn und Dividende
Die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem handelsrechtlichen Bilanzgewinn in Höhe von 2.079.860,02 Euro ab. Die Aktionäre haben beschlossen, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: 0,60 Euro werden je dividendenberechtigter Stückaktie ausgeschüttet, 63.860,02 Euro bleiben als Gewinnvortrag.

Ausblick 2026
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Kulmbacher Gruppe ein weiterhin anspruchsvolles Umfeld, in dem sie gezielt Impulse für eine nachhaltig erfolgreiche Weiterentwicklung setzt. Im Fokus stehen wachstumsstarke Segmente und Innovationen. So hat die Unternehmensgruppe ihr Sortiment im Bereich alkoholfreier Erfrischungsgetränke um die neue Garten-Limonade Himbeere-Zitrone erweitert und baut damit die erfolgreiche Produktlinie von Bad Brambacher weiter aus. Im Bereich Bier setzt die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft auf ein neues, handliches Format und bringt erstmals Mönchshof Brauspezialitäten in der 0,33-Liter-Bügelverschlussflasche auf den Markt – zunächst mit dem Mönchshof Hell und dem Mönchshof Natur Radler Zitrone. Mit dem neuen Gebinde reagiert das Unternehmen auf veränderte Konsumgewohnheiten und stärkt gezielt die Attraktivität seiner Brauspezialitäten. Parallel dazu veröffentlicht die Kulmbacher Gruppe ihre langjährigen Aktivitäten für nachhaltiges Handeln erstmalig in einer freiwilligen Broschüre. Sie ist auf der Unternehmenswebseite www.kulmbacher-brauerei-ag.de abrufbar.

„Wir stehen für Tradition, Innovation und Emotion“, verdeutlichte Ahlborn. Mit einer Kombination aus konsequenter Markenentwicklung, Innovationskraft und einer nachhaltig ausgerichteten Unternehmensstrategie sieht der Vorstandssprecher die Kulmbacher Unternehmensgruppe gut aufgestellt, um sich erfolgreich im Markt zu behaupten und 2026 einen leichten Umsatzanstieg zu erzielen.